Erinnerung an den zum Museumswagen vorgesehenen GT8 Nr. 13 (II) 
  

1985 zum 10 Jährigem Geburtstag in der Schleife Wambel

Ebenfalls 1985 ist diese Aufnahme im Betriebshof Dorstfeld entstanden. Ganz links versteckt sich der ursprüngliche Wagen 13 - der seit 1973 die Wagennummer 89 trägt.

Im Jahre 1974 wurde der GT8 Nr. 13 in einer Fahrzeugserie von 15 Exemplaren (1-15) von der Düsseldorfer Waggonfabrik (DÜWAG) in Düsseldorf gebaut. Die Motorische Ausrüstung stammte von der AEG. Vier Tatzlagermotoren mit einer Leistung von je 64KW trieben diese Fahrzeugserie an. Es war damals eine Besonderheit, für Achtachser die "alte" Tatzlagertechnik zu verwenden. Allerdings waren solche Motoren bewährt und sehr zuverlässig, was sicher zu der Entscheidung beigetragen hat, diese zu bestellen.

Die Elektrische Ausrüstung stammt von Kiepe (ebenfalls aus Düsseldorf). Der Fahrschalter der letzten GT8 Serie unterschied sich leicht von den ersten vier gelieferten Serien. Neben der höheren Motorenleistung (64 statt 60 KW) wurde der Nockenfahrschalter dieser Wagen mit einer Schnellfahrstufe ausgerüstet. (Die 1966 und 1969 gebauten Fahrzeuge wurden später ebenfalls dementsprechend nachgerüstet). 

Die Druckluftanlage wurde ebenfalls von Kiepe installiert. Druckluft war für die Betätigung der Außenspiegel und für die Scheibenwischer, Warnglocke, Scheibenheizung sowie für die Langsamfahrtbremse und Feststellbremse während des Haltestellenaufenthaltes erforderlich. Bis 1978/81 wurde die mit dem Pedal gesteuerte Druckluftbremse auch für das Stellen der Weichen benötigt. Wollte man nach rechts abbiegen, sorgte man mit dem Betätigen der Luftdruckbremse dafür, dass der Motor mehr leisten muss. Über eine Oberleitungskontaktschleife floss so der zum Stellen gebrauchte Strom zum Weichenantrieb. (Links herum stellten sich die Weichen, wenn der Fahrdrahtkontakt stromlos unterquert wurde).

Wegen der Antriebsart und der Ausrüstung mit der teuren Druckluftanlage waren die 1969ér und 74ér GT8 nicht mehr ganz "zeitgemäß".  Dennoch überzeugte die alte Technik und die GT8 standen Tag für Tag zuverlässig bei jeder Jahreszeit zur Verfügung. 

Einige fuhren nach der Abstellung weiter in Resita (Rumänien). Auf maroden Gleisen und quasi ohne Wartung sind dort noch immer Dortmunder GT8 im Einsatz....

In Dortmund hat die historische Straßenbahn sowohl das Politische als auch das Interesse des Unternehmens verloren. Darum wurde der Wagen 13 verschenkt - nicht aber an einen Straßenbahnmuseumsverein, sondern an eine Privatfirma, die den Straßenbahnwagen seit Juni 2010 als Café nutzt.

Das Foto links zeigt den Wagen 13 noch "in voller Fahrt" auf dem Dorstfelder Hellweg 

 

Rechts sieht man den 13 abgestellt im Betriebshof  Dortstfeld. Hier stand er von 2001 an und wurde so 2004 fotografiert.

Wie arm muss ein Verkehrsbetrieb sein, um diesen 27,1 m langen Zug keinen Unterstand mehr bieten zu können?- 

Das Ende ???

Zum Cafe zweckentfremdet wurde der Wagen 13 in der Dortmunder Innenstadt aufgestellt. Dass eine Straßenbahn für einen anderen Zweck gebaut wurde und draußen unter freier Abstellung verfällt, kann natürlich von der Stadt Dortmund nicht vorausgesehen werden.... Ob es in ein paar Jahren heißt: "weg mit dem Schandfleck" ???-

In den ersten vier Wochen bekam der 13 Grafttiy , es wurde  eingebrochen.....

Das Foto rechts zeigt den Wagen 13 an der Stelle, wo er nun mit dem Tieflader hingebracht wurde. Im Jahr 1987 fuhr er noch mit eigener Kraft dorthin....

zu TRAM-aktuell                 zum virt. Straßenbahnmuseum-Dortmund